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Stiftungen

Die Zahl der gestifteten Sangmessen, bestehend in Fahrgedächnissen und 12 Segensmessen, ist 97, die der Lesemessen 30. In der Stiftungstabelle sind diese Messen verteilt auf 73 Nummern. Von den Erträgen der Kapitalien erhält der Pfarrer Mark 238,66 , der Küster 55,49 , die Kirche 81,45 , die Armen 73,39. Das Stiftungskapital beträgt 5472 Mark, das Areal der Kirche 51,58 Are in der Gemarkung von Merten, Sechtem und Kardorf, mit einer Pacht (1881) von 80 Mark. Schließlich besitzt die Kirche eine Rente von 1/16 Malter Korn.

 

Bruderschaften

Die Bruderschaft zu Ehren Jesus, Maria und Joseph lässt sich seit dem Anfange des achtzehnten Jahrhunderts als bestehend nachweisen. Die halbjährigen Versammlungen finden Statt zu Mariä Lichtmess  und Mariä Geburt. Als Stipendium einer Bruderschaftsmesse wurden aus den Opfergaben im Jahre 1776 dem Pfarrer 18 Stüber bestimmt, dem Küster 5 Stüber, der Rest der Kirche. Die Michaels-Bruderschaft, zum Schutze der bedrängten Kirche, wurde unter Papst Pius IX. durch den Kardinal und Erzbischof Johannes von Geissel für alle Pfarreien der Erzdiozöse eingeführt.

 

Prozessionen

Außer der Fronleichnamsprozession und den allgemein üblichen Bittgängen werden gehalten:

  1. Am Sonntage nach dem Feste des h. Bischofs Ulrich (4. Juli) die Hagelfeier- Prozession, um Abwendung schädlicher Einflüsse von den Feldfrüchten.
  2. Am Feste des h. Rochus, den 18. August, eine Prozession, welche genau die Grenze der Pfarre im Umgange beschreibt. An vier Stellen wird Station gehalten du dabei, ähnlich wie bei Fronleichnam, jedes Mal ein Evangelium gesungen, worauf Orationen zu Ehren der Mutter Gottes, des h. Martinus, des h. Rochus und der h. Barbara folgen. Ihre Entstehung ist wahrscheinlich auf eine Zeit zurückzuführen, wo die Pest in hiesiger Gegend herrschte.
  3. Wallfahrt zum Grabe des h. Apostels Mathias nach Trier. Sie stammt aus unbestimmter alter Zeit und ist durch eine Stiftung aus dem Jahre 1773 bedacht: Hierüber heißt es in einem alten Kirchenbuche: „ An dem Tage, wo die Pilger auf Trier gehen, ist eine Lesemesse mit Aussetzung des hochwürdigsten gutes; zum Behuf dieser Messe sind von einem Unbenannten 15 Dahler legiert"

 

Kirchhof

Der Kirchhof umgibt die alte, jetzt im Verfall begriffene Pfarrkirche und wird teils vom Pfarrhof und Pfarrgarten, teils von der Dorfstraße, deren Niveau er an der öffentlichen Fronte um 6 - 8 Fuß überragt, begrenzt. Auf etwa 8 steinernen Stufen steigt man hier durch einen mächtigen romanischen Bogen zu der Stätte hinauf, wo das Kind des letzten Tages neben den Vätern vergangener Jahrhunderte friedlich schlummert, um mit ihnen die Morgenröte der gemeinsamen Auferstehung zu erwarten. Vom Eingange steigt man bis zum westlichen Ende, wo ein imposantes Kreuz in Stein zu, Gebete für die Seelenruhe der Entschlafenden mahnt. Von der alten Kirche ist nur noch die im tadellosem romanischem Baustile errichtete Apsis vorhanden, zu deren Füßen altrömische Mauerreste die Vergänglichkeit alles Irdischen verkünden, wo Ritter und Diener zusammen gebettet sind.