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Nebenort Trippelsdorf

Trippelsdorf, früher Trebelsdorf und Trewelsdorf, pagus Trebellii, liegt in der verlängerten Linie von Merten nach Walberberg. Auf einem Grundstück des Herrn Meuel „am Bau" befinden sich Reste einer starken römischen Gussmauer. In der Nähe hatte der Eifelcanal seinen Durchgang.

Erzbischof Arnold I. nennt unter den Besitzungen der Abtei Siegburg, welche diese der von ihr abhängigen Propstei Zülpich überließ einen Weinberg zu Trewelsdorf. In dem Vergleich Friedrich´s I. von Blankenheim mit Gerlach von Limburg vom Jahre 1267 verzichtet Letzterer aus alle Güter, welche Graf Heinrich von Sahn zu Ahrweiler und Saffenberg besaß, vorbehaltlich des Schlosses Montjoie zu Trippelsdorf, der Güter Merten und verschiedener anderer. Am Freitag nach Pfingsten 1470 empfing Graf Kuno von Manderscheid von Erzbischof Ruprecht von Köln das vordem Blankenheim´sche Lehen, den Weinzehnten zu Trippelsdorf, den Hof zu Oberbachem sammt Korn- und Weinzehnten zu Mehlem und zwei Höfe zu Pissenheim. Nach dem Tode des Grafen Joseph Franz von Manderscheid am 6. december 1780 verlieh Kurfürst Maximilian Friedrich das Erboberstlandhofmeisteramt, das Lehen von 2 Fuder Wein zu Zeltingen, den Zehnten zu Trippelsdorf und einige andere Güter als erledigtes Mannslehen dem Staatsminister Grafen Belderbusch. Die letzte Manderscheid´sche Tochter, Gräfin Sternberg, protestierte und wollte dem Zehnten zu Trippelsdorf die Eigenschaft eines Mannslehens absprechen.

Londorf, Rittersitz oberhalb Trippelsdorf, war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Eigenthum der Grafen von der Leyen. Zu dem Gute gehörte die neben der Vincentiuskapelle gelegene Schäferei. Seit 1800 Besitzer die Herren: Schierenberg, Bommard, jetzt  Freiherr von Böselager.

Das Schäferhaus gehört gegenwärtig dem Ackerer Joseph Engels aus der Familie der ehemaligen Pächter. Zu den Privilegien von Londorf, von welchen übrigens keine Nachrichten mehr vorliegen zählte man freies Asylrecht.

 

Geistliche Güter in Trippelsdorf

Der Mönchshof der Jesuiten war bis zur Aufhebung des Ordens mit dem Kirchen- und Pfarrvermögen desselben in Walberberg verbunden. Länderei und Weingärten gingen an die Kölner Schulverwaltung über. Von den Hofgebäuden ist noch der Brunnen vorhanden, der die alte Baustelle bezeichnet und von den Ortsbewohnern benutzt wird.

Der Hubertushof des Landcomthurs an St. Katharina in Köln. Der Pächter lieferte den halben Wein, durchschnittlich 50 Ohm jährlich, die Hälfte vom Obst und von jedem Morgen Land ¼ Malter Korn. Bei der Säkularisirung wurde das Gut, wie mehrfach , von dem Pächter angekauft. Der jetzige Besitzer Hubert Soutschka erwarb den Hof durch Heirat mit des Pächters Tochter. Der Vicar zu Rösberg bezog 1 Fuder Chürwein von verschiedenen Schuldnern aus Trippelsdorf.

Nachträglich ist zu erwähnen das Scheffengericht von Trippelsdorf unter Amt Brühl. Eine Urkunde vom 10.Juni 1661 im Kirchenarchiv zu Hemmerich enthält folgende Daten:

Adam Radius Schultiß, Johan Renbolts, Hupert Scholei, Arnoldt Roggendorf, Henrich Esser, Jacob Rospatt und Winand Brenich, sämtliche Scheffen des Gerichts zu St. Martin und Trevelstorff.

Der Hofkalender von 1786 nennt: Hofrath Ferdinand Rentling, Richter und Oberkellner, auch Schultheis zu Merten und Trippelsdorf.
Im Archiv der Pfarrkirche zu Merten befinden sich 2 Gerichtssiegel mit dem Bildnisse des h. Martinus. Umschrift des ersten:

S. MERTIN AM FEVRGEBIRGS GERICHTS. SEGEL
Des zweiten:
S: MERTEN VND TRIBELSDORP GERICHT SIGEL 1697.

 

Kapelle zum h. Vincentius

Ueber die Entstehung dieser Kapelle schwebt undurchdringliches Dunkel. Sie stand neben Dorfstraße und Schäferei auf hohem Grunde und war aus Bruchstücken des Römercanals erbaut. Dieses weist auf die Zeiten der ältesten mittelalterlichen Ritter zurück, und ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Kapelle einem solchen ihren Ursprung verdankt.

Wir bemerkten bereits, dass der Pfarrer von Merten vormals die h. Messe zwei Mal in jeder Woche in der Kapelle celebrierte und an den Festen der Apostel Christenlehre hielt. Seit Menschengedenken fand keine dieser geistlichen Funktionen mehr statt. Traditionell blieb das dreimalige Angelus-Läuten bis in die letzten Zeiten bestehen. Der Glöckner hatte für seine Bemühung einen halben Morgen Land in Benutzung. Noch ein anderer gebrauch aus alter Zeit war geblieben, nämlich das Rosenkranz-gebet, welches an allen Sonntagen des Jahres und an allen Wochentagen in der Fastenzeit in der Kapelle gehalten wurde. Gegen das Jahr 1875 wurde die Kapelle abgebrochen, die Baustelle und der Acker an Joseph Engels , Grenznachbar dieser Parzelle verkauft.